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Warum wählen wir eine Vereinssatzung?
Eigentlich halten wir von der Vereinsmeierei wenig, doch wir benötigen einen angemeldeten
Verein, um unsere basisdemokratischen Umgangsformen nicht nur zu beschreiben, sondern um sie
als Rechtsform verbindlich zu regeln.
Für jedes andere regelmäßige Treffen von Menschen, die nicht offiziell einen
Verein gründen, wendet die Justiz die Rechtsform eines unangemeldeten Vereins mit
hierarchischen Entscheidungs- und Organisationsstrukturen an. Die Justiz bestimmt
die Personen, die am häufigsten in der Öffentlichkeit in Erscheinung treten,
als Vorstand. Dieser vertritt nun per Definition nicht nur die Interessen des unangemeldeten Vereins,
sondern er ist auch für ihn haftbar.
Die Vergangenheit zeigte, dass sich aus diesen unangemeldeten Vereinen sehr schnell eine
hierarchische Organisation mit einer Delegation der Entscheidungsbefugnisse in die höchsten
Ränge der Organisation entwickelte. Insbesondere dann, wenn eine verbindliche Rechtsform notwendig wurde.
Dies hatte immer viele Ursachen.
Eine ist die, dass in unserer Gesellschaft viele ausgearbeitete hierarchische Organisationsmodelle
vorliegen, die die Übergabe der Entscheidungsbefugnisse an einen Vorstand oder andere
Mandatsträger vorschreiben.
Eine weitere Ursache ist wiederum, dass sich die meisten Menschen oder Gruppen mit
Organisationstheorien nicht auskennen. So wird gerne auf die ausgearbeiteten hierarchischen
Organisationsmodelle zurückgriffen, gerade wenn eine Rechtsform schnell gefunden werden
muss und sich schon Fraktionen gebildet haben, die zu bestimmten Themen
um die Vorherrschaft ringen.
Wir sind dies nun Leid, da wir in der Parlamentarischen Demokratie das Ergebnis für
die Abgabe unserer Entscheidungsbefugnisse ertragen müssen. Wir finden uns in den
Entscheidungen der Parlamentarier nicht mehr wieder. Denn die Diplomatie zwischen den Parteien
in der Regierung gilt als Rechtfertigung für die Nichteinlösung von Wahlprogrammen
und Wahlversprechen.
Dies ist der Grund, warum wir gleich mit einem ausgearbeiteten basisdemokratischen Organisationsmodell
starten und genau dies nicht dem Zufall überlassen.
Wir wählen Vereinssatzungen und ein Netzwerk von Vereinen zur Organisation einer
Wählergemeinschaft. Denn das Parteiengesetz schreibt eine hierarchische Organisation und die Abgabe
der Entscheidungsbefugnisse an die Delegierten der höheren Ränge vor. Und
genau dies wollen wir nicht.
Stand: 31.01.2014
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