3.1.2. Funktion der Kleingruppen für die Meinungsbildung

Zur Verhinderung der Manipulation durch charismatische Redner und der hiermit einsetzenden Gruppendynamik werden bei uns Diskussionen zur Meinungsbildung in großen Gruppen nicht stattfinden, zumal eine ernsthafte Diskussion in Großversammlungen sowieso nicht möglich ist. Die eigentliche Meinungsbildung erfolgt in kleinen Gesprächsgruppen von maximal 16 Personen, deren Personenkreis sich ständig wandelt. D.h., nach der Beschlussversammlung zerfällt eine Großversammlung nach einem kurzen Einführungsvortrag zum Diskussionsthema in viele kleine Gruppen. Diese Kleingruppen diskutieren getrennt voneinander das Tagesthema. Die Kleingruppen finden sich erst später wieder zur Großversammlung zusammen, um sich die Diskussionsergebnisse der verschiedenen Kleingruppen anzuhören.

In den Kleingruppen soll nach den Regeln des Gedankensturms gearbeitet werden, weil sich dies besonders bewährt hat. Die Form, wie die Großversammlung in Kleingruppen zerfällt, wird noch in Barbaras modifiziertem Modell beschrieben. Das Aufteilen von Großversammlungen in viele Kleingruppen zu einer Art Vordiskussion hat sich bereits in einer Osloer Versuchsschule (Joergensen,Mosse: Schuldemokratie - Keine Utopie, Das Versuchsgymnasium Oslo. S.45ff. rororo Verlag) in hervorragender Weise bewährt. Hierdurch wurde es geschafft, dass die verschiedensten Wünsche und Meinungen möglichst vieler Beteiligter in die Diskussion einflossen und die einzelnen durch eine Vordiskussion das Reden vor großen Versammlungen lernten. Des weiteren lösen wir das elementare Problem der Großversammlung, in der einzelne Wortführer mit allen möglichen dogmatischen und haarspalterischen Mitteln eine ungeteilte Aufmerksamkeit erzielen möchten, um z.B. durch eine Veränderung des Gesprächsthemas das Thema ihrer Wahl zu besprechen.

Allgemein sind wir der Auffassung, dass hiermit auch ein Mittel gegen die Fraktionsbildung in politischen Gruppen gefunden ist.

  • Durch die Vordiskussion in Kleingruppen und das darauffolgende Zusammenführen in eine Großversammlung, in der die Diskussionsergebnisse der Kleingruppen vorgetragen werden, kommen alle Interessengruppen hinreichend zu Wort und zerfallen nach ihrer Einflussnahme auf das Meinungsbild wieder in lockere Verbindungen.

  • Die Mehrheiten setzen sich durch die vorangegangenen diskussionsfreien Abstimmungen immer aus wechselnden Personen zusammen, da die emotional aufgepeitschte Diskussion vor den Abstimmungen umgangen wird und es hiermit in der Wahrnehmung der einzelnen nicht zur gefühlsbezogenen Hinwendung zu bestimmten Personengruppen und damit nicht zur Bildung von Fraktionen kommt.


Stand: 30.12.2014


3.1.2. Funktion der Kleingruppen für die Meinungsbildung (Übersicht)


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3.1.2. Funktion der Kleingruppen für die Meinungsbildung

Zur Verhinderung der Manipulation durch charismatische Redner und der hiermit einsetzenden Gruppendynamik werden bei uns Diskussionen zur Meinungsbildung in großen Gruppen nicht stattfinden, zumal eine ernsthafte Diskussion in Großversammlungen sowieso nicht möglich ist. Die eigentliche Meinungsbildung erfolgt in kleinen Gesprächsgruppen von maximal 16 Personen, deren Personenkreis sich ständig wandelt. D.h., nach der Beschlussversammlung zerfällt eine Großversammlung nach einem kurzen Einführungsvortrag zum Diskussionsthema in viele kleine Gruppen. Diese Kleingruppen diskutieren getrennt voneinander das Tagesthema. Die Kleingruppen finden sich erst später wieder zur Großversammlung zusammen, um sich die Diskussionsergebnisse der verschiedenen Kleingruppen anzuhören.

In den Kleingruppen soll nach den Regeln des Gedankensturms gearbeitet werden, weil sich dies besonders bewährt hat. Die Form, wie die Großversammlung in Kleingruppen zerfällt, wird noch in Barbaras modifiziertem Modell beschrieben. Das Aufteilen von Großversammlungen in viele Kleingruppen zu einer Art Vordiskussion hat sich bereits in einer Osloer Versuchsschule (Joergensen,Mosse: Schuldemokratie - Keine Utopie, Das Versuchsgymnasium Oslo. S.45ff. rororo Verlag) in hervorragender Weise bewährt. Hierdurch wurde es geschafft, dass die verschiedensten Wünsche und Meinungen möglichst vieler Beteiligter in die Diskussion einflossen und die einzelnen durch eine Vordiskussion das Reden vor großen Versammlungen lernten. Des weiteren lösen wir das elementare Problem der Großversammlung, in der einzelne Wortführer mit allen möglichen dogmatischen und haarspalterischen Mitteln eine ungeteilte Aufmerksamkeit erzielen möchten, um z.B. durch eine Veränderung des Gesprächsthemas das Thema ihrer Wahl zu besprechen.

Allgemein sind wir der Auffassung, dass hiermit auch ein Mittel gegen die Fraktionsbildung in politischen Gruppen gefunden ist.

  • Durch die Vordiskussion in Kleingruppen und das darauffolgende Zusammenführen in eine Großversammlung, in der die Diskussionsergebnisse der Kleingruppen vorgetragen werden, kommen alle Interessengruppen hinreichend zu Wort und zerfallen nach ihrer Einflussnahme auf das Meinungsbild wieder in lockere Verbindungen.

  • Die Mehrheiten setzen sich durch die vorangegangenen diskussionsfreien Abstimmungen immer aus wechselnden Personen zusammen, da die emotional aufgepeitschte Diskussion vor den Abstimmungen umgangen wird und es hiermit in der Wahrnehmung der einzelnen nicht zur gefühlsbezogenen Hinwendung zu bestimmten Personengruppen und damit nicht zur Bildung von Fraktionen kommt.


Stand: 30.12.2014


3.1.2. Funktion der Kleingruppen für die Meinungsbildung (Übersicht)