3.1.4. Diskussionsmodell nach Dr. Barbara Uebel

(Orginal im: Aha Nr:35, Feb 94, S.10ff. und persönlicher Briefwechsel)
Nach unserer Vorstellung beträgt die maximale Teilnehmerzahl, mit der der Gedankensturm in einer Kleingruppe noch möglich ist, 16 Personen. Sind in einer Ortsgruppenversammlung mehr als 16 Teilnehmer anwesend, so sollen diese in mehrere Kleingruppen aufgeteilt werden. Dies ist notwendig, damit die Diskussion in den Kleingruppen nach dem Prinzip des Gedankensturms stattfinden kann. Die Diskussionsergebnisse der Kleingruppen werden später wieder in der Ortsgruppenversammlung zusammengetragen.

Die Teilnehmer der Ortsgruppenversammlung werden nach dem Prinzip der Quadratzahlen in die Kleingruppen aufgeteilt. Beträgt die Teilnehmerzahl beispielsweise 25 Personen, so werden 5 Kleingruppen mit 5 Personen gebildet (5*5=25); beträgt die Teilnehmerzahl 36 Personen, so werden 6 Kleingruppen mit 6 Personen gebildet (6*6=36); bei 256 Teilnehmern werden schließlich 16 Kleingruppen mit 16 Personen gebildet (16*16=256).
Natürlich werden nicht immer genau 25, 36, 49, ... 256 Teilnehmer bei den Ortsgruppenversammlungen erscheinen. Erscheinen beispielsweise 38 Teilnehmer, so werden trotzdem zunächst 6 Kleingruppen zu je 6 Personen gebildet. Die restlichen 2 Teilnehmer werden dann auf zwei der 6 Kleingruppen verteilt, so dass am Ende 4 Kleingruppen mit je 6 Personen und 2 Kleingruppen mit je 7 Personen gebildet werden ((6*6)+2=38).
Um die Aufteilung in Kleingruppen zu erleichtern, erhalten die Teilnehmer beim Eintreffen auf der Ortsgruppenversammlung eine Zuordnungskennziffer für zwei Gruppen (A1, A2, ..., B1, B2, ..., C1, C2, ...). Geordnet nach dieser Zuordnungskennziffer kann jede einzelne Person das Diskussionsthema des Tages zuerst in einer ersten Kleingruppe und dann in einer zweiten Kleingruppe nach dem Prinzip des Gedankensturms besprechen. (Das mathematische Bildungsgesetz ist in der Fußnote [1] noch einmal in exakter Form beschrieben.)

Diese mathematische Erklärung ist sicher schwierig zu verstehen, deshalb das nachfolgende Schaubild, womit die Sache sicher sofort deutlicher wird.



In der 1. Runde des Kleingruppengespräches findet ein erstes Sammeln der Fragestellungen statt sowie eine Zuordnung zu den Hauptthemen durch eine Vordiskussion. Durch die Diskussion über die ersten drei Tagesordnungspunkte ergeben sich die ersten gedanklichen Verbindungen und neue Ideen zur Lösung von Fragestellungen. Nach 90 Minuten endet die 1. Runde.

Nach dem Wechsel der Leute in ihre Kleingruppe der 2. Runde wird zunächst von allen Anwesenden ein Bericht über die gefundenen Hauptthemen und über die neuen Ideen zur Lösung der diskutierten Fragestellungen abgegeben. Mit dieser Regelung können die verschiedenen Wünsche, Meinungen und Ideen aller Beteiligten in die Diskussion optimal mit einfließen. Hiermit ist auch ein natürliches Auswahlverfahren für die von der Allgemeinheit als die besten Lösungsansätze eingestuften Ideen gefunden. Dies gilt, wenn wir die statistische Normalverteilung von Ideen und Lösungsansätzen in der Diskussion zu Grunde legen.
Nach dieser Berichterstattung werden erneut von jedem Teilnehmer der 2. Runde die für ihn zwei wichtigsten Fragestellungen notiert. Nach dem Einsammeln der Fragestellungen beginnt eine erneute Diskussion der Kleingruppe nach den Prinzipien des Gedankenstums. Die 2. Runde endet somit nach weiteren 90 Minuten.

Hiernach treffen sich noch einmal alle Teilnehmer aller Kleingruppen auf der Großversammlung, auf der dann die Teilnehmer mit dem Index A über die Ergebnisse der 2. Runde berichten. Mit dem Abschluss dieser Berichterstattung endet die Ortsgruppenversammlung. Die Zeitspanne, die diese letzte Berichterstattung benötigt, ist abhängig von der Anzahl der Kleingruppen, die zwischen 5 und 16 liegen soll. Legen wir für jeden Bericht fünf Minuten zu Grunde, so ergeben sich maximal weitere 25-80 Minuten.

Die Zahl von maximal 16 Kleingruppen ergibt sich daraus, dass maximal 16 Personen in einer Kleingruppe sein dürfen, wenn sie nach dem Prinzip des Gedankensturms arbeiten möchte. Aus dem geschilderten Vorgehen ergibt sich somit die maximale Größe einer Ortsgruppe mit 256 (= 16x16) Mitgliedern, wobei diese bei einer Überschreitung der maximalen Größe in zwei Ortsgruppen aufgeteilt werden soll.
Die Zuordnungskennziffer für die zwei Gruppen (Indizes) erhalten die Teilnehmer beim Eintreffen auf der Ortsgruppenversammlung auf einem Briefumschlag, der u.a. noch vier DIN A4 Blätter und sechs Klebepunkte enthält. Die Verteilung der Zuordnungskennziffern erfolgt beim Kommen der Teilnehmer nach der Reihenfolge:



Die Zahl der Kleingruppen, die für die Diskussion zu bilden sind, wird vom Ordsgruppenvorsitzenden bekannt gegeben. Natürlich werden nicht immer genau 25, 36, 49, ... 256 Teilnehmer bei den Ortsgruppenversammlungen erscheinen, so dass sich gemäß der Quadratzahlen gleichmäßig große Kleingruppen bilden lassen. Sind beispielsweise 66 Teilnehmer gekommen, so werden trotzdem zunächst 8 Kleingruppen zu je 8 Personen gebildet. Die restlichen 2 Teilnehmer werden auf zwei der 8 Kleingruppen verteilt. Am Ende werden 6 Kleingruppen mit 8 Personen und 2 Kleingruppen mit 9 Personen gebildet ((8*8)+2=66). Dies bedeutet, dass in diesen zwei Gruppen eine Zuordnungskennziffer (A1, A2, ..., B1, B2, ..., C1, C2, ...) doppelt vergeben wird. Dieses Prinzip gilt natürlich auch bei anderen Teilnehmerzahlen, bei denen die gleichmäßige Verteilung nicht möglich ist. Die Verteilung der überzähligen Teilnehmer auf die gebildeten Kleingruppen ist im obigen Schaubild angedeutet.

Das Ende der Ortsgruppenversammlung kann auch als das Ende eines Diskussionszyklus aufgefasst werden, wobei ein Diskussionszyklus zu einem Thema dann ungefähr vier Stunden dauert. Mit dem Aufeinanderfolgen mehrerer Zyklen könnten somit auf einem Kongress Fragestellungen in noch nie dargewesener Gründlichkeit besprochen werden!


Fußnoten

Fußnote 1: ⇑  Ist die Teilnehmerzahl n einer Ortsgruppenversammlung größer als 16 Personen (n>16), so soll sie in k Kleingruppen aufgeteilt werden, in denen die Diskussion zur Meinungsbildung über das Prinzip des Gedankensturms stattfindet. Die Kleingruppenzahl k ist das ganzzahlige Ergebnis der Quadratwurzel von n (k=INT((n)^0.5)), so dass wir k Kleingruppen mit k oder k+1 Teilnehmern erhalten (k*k ist ungefähr n). Im mathematischen Sinne erhalten wir eine quadratische Anordnung von Personen, die geordnet nach zwei Indizes zwei Mal hintereinander das Diskussionsthema nach dem Prinzip des Gedankensturms besprechen sollen.



Stand: 12.10.2011


3.1.4. Diskussionsmodell nach Dr. Barbara Uebel (Übersicht)


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3.1.4. Diskussionsmodell nach Dr. Barbara Uebel

(Orginal im: Aha Nr:35, Feb 94, S.10ff. und persönlicher Briefwechsel)
Nach unserer Vorstellung beträgt die maximale Teilnehmerzahl, mit der der Gedankensturm in einer Kleingruppe noch möglich ist, 16 Personen. Sind in einer Ortsgruppenversammlung mehr als 16 Teilnehmer anwesend, so sollen diese in mehrere Kleingruppen aufgeteilt werden. Dies ist notwendig, damit die Diskussion in den Kleingruppen nach dem Prinzip des Gedankensturms stattfinden kann. Die Diskussionsergebnisse der Kleingruppen werden später wieder in der Ortsgruppenversammlung zusammengetragen.

Die Teilnehmer der Ortsgruppenversammlung werden nach dem Prinzip der Quadratzahlen in die Kleingruppen aufgeteilt. Beträgt die Teilnehmerzahl beispielsweise 25 Personen, so werden 5 Kleingruppen mit 5 Personen gebildet (5*5=25); beträgt die Teilnehmerzahl 36 Personen, so werden 6 Kleingruppen mit 6 Personen gebildet (6*6=36); bei 256 Teilnehmern werden schließlich 16 Kleingruppen mit 16 Personen gebildet (16*16=256).
Natürlich werden nicht immer genau 25, 36, 49, ... 256 Teilnehmer bei den Ortsgruppenversammlungen erscheinen. Erscheinen beispielsweise 38 Teilnehmer, so werden trotzdem zunächst 6 Kleingruppen zu je 6 Personen gebildet. Die restlichen 2 Teilnehmer werden dann auf zwei der 6 Kleingruppen verteilt, so dass am Ende 4 Kleingruppen mit je 6 Personen und 2 Kleingruppen mit je 7 Personen gebildet werden ((6*6)+2=38).
Um die Aufteilung in Kleingruppen zu erleichtern, erhalten die Teilnehmer beim Eintreffen auf der Ortsgruppenversammlung eine Zuordnungskennziffer für zwei Gruppen (A1, A2, ..., B1, B2, ..., C1, C2, ...). Geordnet nach dieser Zuordnungskennziffer kann jede einzelne Person das Diskussionsthema des Tages zuerst in einer ersten Kleingruppe und dann in einer zweiten Kleingruppe nach dem Prinzip des Gedankensturms besprechen. (Das mathematische Bildungsgesetz ist in der Fußnote [1] noch einmal in exakter Form beschrieben.)

Diese mathematische Erklärung ist sicher schwierig zu verstehen, deshalb das nachfolgende Schaubild, womit die Sache sicher sofort deutlicher wird.



In der 1. Runde des Kleingruppengespräches findet ein erstes Sammeln der Fragestellungen statt sowie eine Zuordnung zu den Hauptthemen durch eine Vordiskussion. Durch die Diskussion über die ersten drei Tagesordnungspunkte ergeben sich die ersten gedanklichen Verbindungen und neue Ideen zur Lösung von Fragestellungen. Nach 90 Minuten endet die 1. Runde.

Nach dem Wechsel der Leute in ihre Kleingruppe der 2. Runde wird zunächst von allen Anwesenden ein Bericht über die gefundenen Hauptthemen und über die neuen Ideen zur Lösung der diskutierten Fragestellungen abgegeben. Mit dieser Regelung können die verschiedenen Wünsche, Meinungen und Ideen aller Beteiligten in die Diskussion optimal mit einfließen. Hiermit ist auch ein natürliches Auswahlverfahren für die von der Allgemeinheit als die besten Lösungsansätze eingestuften Ideen gefunden. Dies gilt, wenn wir die statistische Normalverteilung von Ideen und Lösungsansätzen in der Diskussion zu Grunde legen.
Nach dieser Berichterstattung werden erneut von jedem Teilnehmer der 2. Runde die für ihn zwei wichtigsten Fragestellungen notiert. Nach dem Einsammeln der Fragestellungen beginnt eine erneute Diskussion der Kleingruppe nach den Prinzipien des Gedankenstums. Die 2. Runde endet somit nach weiteren 90 Minuten.

Hiernach treffen sich noch einmal alle Teilnehmer aller Kleingruppen auf der Großversammlung, auf der dann die Teilnehmer mit dem Index A über die Ergebnisse der 2. Runde berichten. Mit dem Abschluss dieser Berichterstattung endet die Ortsgruppenversammlung. Die Zeitspanne, die diese letzte Berichterstattung benötigt, ist abhängig von der Anzahl der Kleingruppen, die zwischen 5 und 16 liegen soll. Legen wir für jeden Bericht fünf Minuten zu Grunde, so ergeben sich maximal weitere 25-80 Minuten.

Die Zahl von maximal 16 Kleingruppen ergibt sich daraus, dass maximal 16 Personen in einer Kleingruppe sein dürfen, wenn sie nach dem Prinzip des Gedankensturms arbeiten möchte. Aus dem geschilderten Vorgehen ergibt sich somit die maximale Größe einer Ortsgruppe mit 256 (= 16x16) Mitgliedern, wobei diese bei einer Überschreitung der maximalen Größe in zwei Ortsgruppen aufgeteilt werden soll.
Die Zuordnungskennziffer für die zwei Gruppen (Indizes) erhalten die Teilnehmer beim Eintreffen auf der Ortsgruppenversammlung auf einem Briefumschlag, der u.a. noch vier DIN A4 Blätter und sechs Klebepunkte enthält. Die Verteilung der Zuordnungskennziffern erfolgt beim Kommen der Teilnehmer nach der Reihenfolge:



Die Zahl der Kleingruppen, die für die Diskussion zu bilden sind, wird vom Ordsgruppenvorsitzenden bekannt gegeben. Natürlich werden nicht immer genau 25, 36, 49, ... 256 Teilnehmer bei den Ortsgruppenversammlungen erscheinen, so dass sich gemäß der Quadratzahlen gleichmäßig große Kleingruppen bilden lassen. Sind beispielsweise 66 Teilnehmer gekommen, so werden trotzdem zunächst 8 Kleingruppen zu je 8 Personen gebildet. Die restlichen 2 Teilnehmer werden auf zwei der 8 Kleingruppen verteilt. Am Ende werden 6 Kleingruppen mit 8 Personen und 2 Kleingruppen mit 9 Personen gebildet ((8*8)+2=66). Dies bedeutet, dass in diesen zwei Gruppen eine Zuordnungskennziffer (A1, A2, ..., B1, B2, ..., C1, C2, ...) doppelt vergeben wird. Dieses Prinzip gilt natürlich auch bei anderen Teilnehmerzahlen, bei denen die gleichmäßige Verteilung nicht möglich ist. Die Verteilung der überzähligen Teilnehmer auf die gebildeten Kleingruppen ist im obigen Schaubild angedeutet.

Das Ende der Ortsgruppenversammlung kann auch als das Ende eines Diskussionszyklus aufgefasst werden, wobei ein Diskussionszyklus zu einem Thema dann ungefähr vier Stunden dauert. Mit dem Aufeinanderfolgen mehrerer Zyklen könnten somit auf einem Kongress Fragestellungen in noch nie dargewesener Gründlichkeit besprochen werden!


Fußnoten

Fußnote 1: ⇑  Ist die Teilnehmerzahl n einer Ortsgruppenversammlung größer als 16 Personen (n>16), so soll sie in k Kleingruppen aufgeteilt werden, in denen die Diskussion zur Meinungsbildung über das Prinzip des Gedankensturms stattfindet. Die Kleingruppenzahl k ist das ganzzahlige Ergebnis der Quadratwurzel von n (k=INT((n)^0.5)), so dass wir k Kleingruppen mit k oder k+1 Teilnehmern erhalten (k*k ist ungefähr n). Im mathematischen Sinne erhalten wir eine quadratische Anordnung von Personen, die geordnet nach zwei Indizes zwei Mal hintereinander das Diskussionsthema nach dem Prinzip des Gedankensturms besprechen sollen.



Stand: 12.10.2011


3.1.4. Diskussionsmodell nach Dr. Barbara Uebel (Übersicht)